Verpackungsrecycling

Das jährliche Abfallaufkommen in Deutschland liegt bei etwa 463 Kilogramm pro Person. Insgesamt ergibt sich somit eine riesige Gesamtmenge von knapp 37,2 Millionen Tonnen Abfall, der alleine in privaten Haushalten anfällt. Der Anteil der Verpackungsabfälle, die von den dualen Systemen erfasst werden, liegt bei rund 5,5 Millionen Tonnen pro Jahr. * In etwa entspricht diese Menge dem 550fachen Gewicht des Pariser Eiffelturms.

Verwertung zur Gewinnung von Sekundärrohstoffen

Die meisten gebrauchten Verpackungen und Gegenstände bestehen aus hochwertigen Materialien, wie z.B. Kunststoff oder Aluminium, für deren Herstellung ein hoher Bedarf an immer seltener werdenden natürlichen Ressourcen notwendig ist. Für die Neuproduktion von Kunststoff etwa wird vor allem Rohöl sowie viel Wasser und Energie benötigt. Papier wird auf der Basis von Holz erzeugt, wofür ganze Wälder gerodet werden müssen. Die Herstellung von immer mehr neuen Produkten und Verpackungen belastet daher unsere Umwelt und unser Klima enorm.

In den Verpackungsabfällen stecken somit wertvolle Materialien, die nicht einfach verbrannt werden dürfen, sondern einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden können. Dabei ist eine maximale stoffliche Verwertungsquote eines der Ziele der dualen Systeme, da hier Sekundärrohstoffe für die Herstellung neuer Produkte entstehen. Ein weiterer Weg, sollte eine stoffliche Verwertung nicht möglich sein, ist die energetische Verwertung, bei der die Wertstoffe aus den Verpackungen als Ersatzbrennstoff (für z.B. Braunkohle) zur Energiegewinnung eingesetzt werden.

Ein zweites Leben für unsere Abfälle

Die Abfälle – zum Beispiel gebrauchte Verpackungen, die von den dualen Systemen in Deutschland gemeinsam gesammelt werden - werden sortiert und so aufbereitet, dass sie wieder als Rohstoff für neue Produkte und Verpackungen eingesetzt werden können. So kommt ein großer Teil unserer Abfälle gleich wieder in den Produktionskreislauf zurück. Ein neues Leben beginnt!

Diese recycelten Wertstoffe sind begehrt, nicht zuletzt wegen der stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise. Dank leistungsstarker, hochmoderner Sortieranlagen und technisch innovativer Aufbereitungsmethoden ist es mittlerweile möglich, hochwertige Sekundärrohstoffe zu gewinnen, die für die Herstellung neuer Produkte genutzt werden können. Zum Beispiel entstehen Haushaltsprodukte, wie Blumenkästen, Gießkannen oder Mülleimer aus Recyclingkunststoff, genauso wie etwa Autoteile, Einkaufstaschen und Produktverpackungen. Aus dem gewonnenen Faserbrei des Papierrecyclings entstehen z.B. neue Verpackungen, aber auch Produkte wie Briefumschläge oder Pappkartons. Aus recyceltem Glas werden wiederum neue Glasverpackungen wie Joghurtgläser oder Wasserflaschen.

Kreative Beispiele, was man selbst aus recyceltem Material alles machen kann,
finden Sie außerdem hier: www.recyclart.org

* Zahlen für das Jahr 2011